SAZbike 05/2005
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Warentest-Methoden verursachen in der Branche Bauchschmerzen

Die Stiftung Warentest genießt einen zweifelhaften Ruf in der Fahrradindustrie.

München (bo) -Die Stiftung Warentest genießt einen zweifelhaften Ruf in der Fahrradindustrie. Der jüngst veröffentlichte Kinderrad-Test, bei dem es bestenfalls befriedigende Noten gab (SAZbike 8/2005), sorgte für weitere Verstimmung. Trotz teils vernichtender Kritik seitens der Warentester sind die Hersteller von Ihren Produkten überzeugt, zumal die angewandten Testmethoden umstritten sind.

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Auch der Sachverständige Dirk Zedler zweifelt am Realitätsbezug des Warentests. Besonders die Übertragung von Prüfstands-Zeiten auf Kilometerzahlen bereitet ihm Sorgen: "Da habe ich immer Bauchschmerzen." Rahmenrisse oder gar -brüche sind Zedler in seiner Beratungspraxis bislang nicht untergekommen: "Kinderrad-Materialversagen haben keine Rolle gespielt. Wenn etwas aufgetreten ist, war es oftmals ein Montagefehler." Bei Tests, in denen Langzeitbelastungen simuliert werden, müsse man zudem fragen: "Wie lange muss ein Fahrrad nutzbar sein?" Insgesamt sei der Praxisbezug wichtig. "Ein echter Test fußt auf real existierenden Brüchen." Also muss in der Realität erst etwas passieren, bevor man das in einem praxisnahen Test nachvollziehen kann. "Ich muss meine Prüfmachinen mit der Praxis abgleichen", erklärt Zedler.

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